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Die Hauptreligion in Thailand ist der Buddhismus und ca. 95% der Bevölkerung hier sind Buddhisten. Ursprünglich kommt diese Lehrtradition aus Indien und mit fast 500 Millionen Gläubigen ist sie weltweit die viertgrößte Religion. Die Zeichen des Buddhismus sind die zahlreiche Buddhas, die alle für eine andere Gestallt stehen. Welche Bedeutung ein Buddha hat, lässt sich an seiner Handhaltung erkennen. So stellen beispielsweise die im Schoß des Buddhas aufeinanderliegenden und nach oben gerichteten Hände, die Geste der Versenkung dar. 

In Thailand ist die Lehrer der Theravada-Schule am weitesten verbreitet. Teilweise sind in dieser Elemente der Ahnenverehrung und der chinesischen Religion enthalten. In Thailand gebührt nur der männlichen Bevölkerung die Ehre, den Buddhismus vermittelt zu bekommen. Frauen spielen eher eine untergeordnete Rolle und sie können nur darauf hoffen, bei einer Wiedergeburt als Mann auf die Wel
t zu kommen.

Die Geschichte des Buddhismus in Thailand begann im dritten Jahrhundert v. Chr., als der indische König Ashoka die ersten beiden Missionare in das »Goldene Land im Osten« schickte. Man nimmt an, daß die Mönche an den Hof der Mon-Könige gingen, deren Reich das Gebiet um die heutige Stadt Nakhon Pathom umfaßte. Mit ihrer tatkräftigen Unterstützung verbreitete sich die Heilslehre im gesamten Mon-Reich.


Aus Südchina einwandernde Thais trafen dort zum ersten Mal auf die für sie neue Lehre, die sich jedoch ohne große Probleme mit ihrem animistischen Glauben vereinbaren ließ. Zur Zeit der Gründung des ersten thailändischen Königreichs im 13. Jahrhundert hatten Mönche bereits enge Kontakte zu ihren Glaubensbrüdern in Sri Lanka, die den Theravada-Buddhismus auf Grundlage der Pali-Texte praktizierten. Die Herrscher von Sukhothai ermöglichten diesen Mönchen, ihren Glauben im gesamten Königreich zu verbreiten. Seit dieser Zeit ist der Buddhismus eine Art Staatsreligion und hat die kulturelle und soziale Entwicklung Thailands bis heute entscheidend geprägt.
 

Nach dem Zusammenbruch des Sukhothai-Reiches übernahmen die Könige von Ayutthaya das politische und religiöse Erbe. In der Zeit ihrer Herrschaft entwickelte sich der Buddhismus zu machtvoller Größe, wovon die zahlreichen Tempelruinen noch heute zeugen.

Mit der Eroberung und Zerstörung Ayutthayas im Jahr 1767 durch die Burmesen endete eine der glanzvollsten Perioden der thailändischen Geschichte, und viele wichtige religiöse Bücher und Schriften gingen bei der Brandschatzung der Tempelanlagen verloren.

Das geistige Zentrum wurde nach dem heutigen Bangkok verlegt, wo der Buddhismus unter König Mongkut, Rama IV, eine neue Blüte erreichte. Er gilt auch als Begründer des buddhistischen Thammayut-Ordens, der sich noch enger und konsequenter an die Lehren Buddhas hält als sonst im Hinayana Buddhismus üblich.

In einem dieser Sekte zugerechneten Kloster verbrachte auch der gegenwärtige König Bhumipol im Jahr 1956 einige Monate als Mönch.

Im heutigen Thailand bekennen sich knapp 95 Prozent der Bevölkerung zum Theravada-Buddhismus. Dessen moralische Grundsätze, die weit mehr einer pragmatisch ausgelegten Philosophie als einer dogmatischen Religion ähneln, sind tief in jedem Thai verwurzelt und bestimmen bis heute sein soziales Leben durch und durch.

Je weiter sich Thailand jedoch von einem reinen Agrarstaat zu einer modernen Industrienation entwickelt, um so mehr kommt es zu Konflikten zwischen althergebrachter Tradition und Fortschritt westlicher Prägung.
Jedoch mit der ihnen eigenen Freundlichkeit, Toleranz und Geduld sowie ihrem ausgeprägten Sinn fürs Machbare dürften die Thais auch solche Probleme zu lösen wissen.

                       Geister und Dämonen

Beschützt vor allen Übeln dieser und jeder anderen Welt wird ein Wat häufig von einer ganzen Reihe von Dämonen und Helden aus dem großen Vorrat an Legenden und Mythen.


Der Affenkrieger mit dem großen, furchteinflößenden Maul heißt hanuman, der mit allen möglichen und magischen Tricks das Böse bekämpft. Er ist einer der beliebtesten und bekanntesten Helden der Ramakien-Sage.

 Ebenso wie Hanuman kämpft auch yaksha gegen das Böse und beschützt das Gute. Auffälliges Merkmal dieses Riesen ist sein grimmiges Gesicht mit den beiden nach oben gerichteten Stoßzähnen. Wesentlich angenehmer anzuschauen ist da apsara, eine schöne himmlische Nymphe, die dazu auserkoren wurde, für die Götter zu tanzen und ihnen Freude zu bereiten. (So menschlich können Götter sein...). Der Schlangengott naga, ein Halbbruder des Göttervogels garuda, beschützte einst als siebenköpfige Kobra den meditierenden Buddha und wird als Wassersymbol betrachtet. Nagas an den Giebeln der Dächer schützen jedes Gebäude vor allzu großen Regenfluten.

                                            Buddha hin, Erlösung und Nirwana her,

im tagtäglichen Auf und Ab des Lebens tauchen doch immer wieder größere und kleinere Probleme auf, die wesentlich praktischere Lösungen verlangen, als sie die metaphysisch ausgerichtete Lehre des Erleuchteten anbietet. Was tun, damit der jüngste Enkel immer sicher mit dem neuen Fahrrad zur Schule kommt, die Oma nicht wieder über die Türschwelle stolpert, der Onkel sich auch zukünftig unfallfrei mit seinem Tuk-Tuk durch den Verkehr von Bangkok kämpft, der Vater endlich das richtige Los in der Lotterie kauft und die Mutter schließlich den besten Zeitpunkt für die Hochzeit der zweitältesten Tochter herausfindet? - Alles kleine wichtige Fragen, die jedoch viel zu profan sind, um Buddha damit zu belästigen.
 

Also wendet man sich an Wahrsager, Astrologen und Geister. Ohne Probleme, denn Thais haben einen starken Hang zum Pragmatischen, auch was die Religion betrifft. Und so funktionieren Buddhismus und Animismus durch eine Art seelsorgerische Arbeitsteilung in Thailand seit jeher friedlich mit- und nebeneinander. Auf der einen Seite die auf das große, ultimative Ziel gerichtete Erlösungslehre Buddhas, auf der anderen die den Weg dorthin einfacher und angenehmer machenden Geister und ihre Helfer.

Astrologen und Wahrsager üben ihr Handwerk meist in der Nähe eines Wats oder sogar auf dem Wat Gelände aus. Da lassen sich auch Mönche gern einmal die Karten legen. Wer sich um sein Glück in Lotterie, Liebe oder Beruf sorgt, wendet sich am besten an den hinduistischen Elefantengott ganesha, z.B. am Erawan-Schrein in Bangkok. Auch das Freilassen einiger am Wat gekaufter Vögel soll einen positiven Einfluß haben.

Gegen alle möglichen bösen Geister und unvorhersehbaren Unglücksfälle kann man sich auf viele Arten schützen. Besonders wirksam sind da Amulette. Sicherheitshalber trägt man gleich mehrere davon, jedes zu einem ganz speziellen Schutz, z.B. gegen Gewehrkugeln oder Knochenbrüche. An einer Halskette hängt eine Art kleiner Schrein, oft aus Gold, in dem sich eine Buddhafigur aus Bronze, Holz oder Stein befindet.

Alle potentiell gefährdeten Körperpartien kann man zum Schutz zusätzlich noch mit magisch wirkenden Tätowierungen versehen - eine bei Thaiboxern und Fischern sehr beliebte Maßnahme.

Darüber hinaus kann sich noch ein Sai Sin als nützlich erweisen, ein von einem Mönch geweihter Baumwollfaden, der als Armband am Handgelenk getragen wird.

                                   Geisterhäuschen - "chao ti" -
werden an jedem Haus errichtet. In diesem - auf einer Säule stehenden Mini-Wat - wohnt der Geist, dem das Grundstück ursprünglich gehörte. Damit er nicht böse auf die Menschen wird, die ihm seine Heimat genommen haben und er kein Unglück in ihr Haus bringt, bauen sie ihm sein eigenes kleines Haus und versorgen ihn jeden Tag mit Gaben wie Reis, Obst, Blumen und frischem Wasser. Zum Wohlbefinden des Geistes sollte sein Häuschen niemals im Schatten des Menschenhauses stehen.

Wie Buddhastatuen und Bilder von verehrten Mönchen und der königlichen Familie werden auch Geisterhäuschen mit einem oder mehreren "puang ma lai" geschmückt. So heißen die wunderbar duftenden Girlanden und Ketten aus Jasminblüten, an denen meist noch eine Quaste mit Orchideenblüten baumelt.

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BRIGITTE SEIDLER
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